Springe zum Hauptinhalt

Abbildungen

Abil­dun­gen der Be­le­gung von de­-­er­go

(Die­se Sei­te muss noch­mal über­a­r­bei­te­te wer­den, ins­b. braucht es bes­se­re Bil­der)

normal:

image0

shifted:

image1

alt (AltGr):

image2

shift+alt:

image3

control:

image4

control+shift:

image5

control+alt:

image6

control+shift+alt:

image7

Hand aufs Herz: Was halten Sie von diesem Keyboard

Hel­mut Wolf­ram: Hand aufs Her­z: Was hal­ten Sie von die­sem Key­board? Ar­ti­kel aus P.M. Com­pu­ter­heft 8/1985, Sei­te 38 bis 42

Ori­gi­nal Scan (400d­pi)

Die Skandalchronik der Tastatur

Hand aufs Herz: Was halten Sie von diesem Keyboard?

Aufmacherbild: Abbildung der ergonomischen Tastatur nach E.Meier

Fast je­der hat schon ein­mal mehr oder we­ni­ger flink in die Tas­ten ge­grif­fen. Aber nur we­ni­ge ha­ben sich Ge­dan­ken dar­über ge­macht, war­um die Buch­sta­ben auf un­se­rer Schreib­ma­schi­nen­ta­s­ta­tur so un­ver­ständ­lich an­ge­ord­net sin­d. Die meis­tern­den­ken sich: »Es wird schon einen Sinn ha­ben­.«, Hat es auch  — aber nicht für un­s. LE­sen Sie, war­um das Key­board trotz­dem nicht ver­bes­sert wird.

[ fehlt noch der Text der  zwei­ten Sei­te ]

Tastatur: Eigentlich ein Vehikel mit angezogenen Bremsen

trie­ben ne­ga­tiv hal­ten: So ähn­lich ent­stand die Ta­s­ta­tur, auf der wir uns seit Ge­ne­ra­ti­o­nen her­um älen. Das ei­gent­li­che Übel pas­sier­te näm­lich schon vor 118 Jah­ren! Da­mals grü­bel­te in Ame­ri­ka ge­ra­de ein ge­wis­ser Chri­s­to­pher L. Sho­les über dem ers­ten Mo­dell ei­nes »Ty­pe­-­Wri­ter­s«. Sein größ­tes Pro­blem: Wenn er die Tas­ten zu schnell an­schlug, hat­te der zu­letzt be­rühr­te Ty­pen­he­bel nicht ge­nü­gend Zeit zu­rück­zu­fal­len, be­vor der nächs­te hoch­kam. Das Re­sul­tat: He­bel­sa­lat.

Aber Sho­les war ein ein­falls­rei­cher Mann. Er stu­dier­te die Häu­fig­keit und Fol­ge der Buch­sta­ben in den meist­ge brauch­ten eng­li­schen Wör­tern und ver­wür­fel­te nun die An­ord­nung der Buch­sta­ben auf dem Tas­ten­feld so kon­fus ge­gen­ein­an­der, daß man ein­fach nicht schnel­ler tip­pen konn­te, als es sei­ne Kons­ti­on zuließ: Et­wa zehn Wör­ter pro Mi­nu­te.

Wie man sich an einem Anachronismus festgebissen hat

Das war da­mals — wie man heu­te sa­gen wür­de — echt »be­nut­zer­freund­lich«: Lang­sam, aber oh­ne Stö­run­gen tip­pen war zwei­fel­los weit­aus an­ge­neh­mer, als durch zu schnel­les Tip­pen stän­dig den Me­cha­nis­mus zu ver­sper­ren.

Nicht we­ni­ger eh­ren­wert wa­ren aber auch die Mo­ti­ve der näcs­ten Fa­bri­kan­ten: Soll­te et­wa je­der sei­ne Kun­den durch ein an­de­res, ei­ge­nes Tas­ten­feld ver­wir­ren? Nun hieß die obers­te Rei­he ein­mal QWER­TYUIOP, und so soll­te sie auch blei­ben.

Als die Deut­schen dann die­ses ori­gi­nal eng­li­sche Tas­ten­feld über­nah­men, tausch­ten sie nur die Plät­ze von Y und Z, häng­ten rechts über den Satz­zei­chen ih­re drei Um­lau­te Ö, Ä und Ü an, such­ten noch ein Plätz­chen für ihr ß und er­klär ten den Rest ein­fach zum »in­ter­na­ti­o­na­len Stan­dard« (von dem die meis­ten so­wie­so nicht mehr wuß­ten, wie er über­haupt ent­stan­den wa­r).

Und da­bei blieb es — bis zum heu­ti­gen Tag: Noch im­mer tip­pen Mil­li­o­nen Men­schen täg­lich Mil­li­ar­den von Zei­chen — in im­mer kost­ba­rer wer­den­der Zeit, mit Blin­d- und Touch­-­ty­ping, elek trisch und elek­tro­nisch — auf ei­nem Tas­ten­feld, das einst ge­zielt er­fun­den wur­de, um das zü­gi­ge Schrei­ben zu er­schwe­ren!

Na­tür­lich wur­den in­zwi­schen bes­se­re Ta­s­ta­tu­ren ent­wi­ckel­t: so von Dvo­r­äk in den USA oder Le­vas­seur und H. Mey­er in Deut­sch­lan­d. Ver­gleichs­tests be­wie­sen, daß man sie in der hal­b­en Zeit er­lernt und schreibt (bei we­ni­ger Er­mü­dung und we­ni­ger Feh­lern). War­um wer den sie dann nicht be­nutz­t?

Die Ant­wort dar­auf soll­ten Sie Schritt für Schritt ver­fol­gen — denn sie gilt ganz ähn­lich für un­zäh­li­ge an­de­re Un­ge­reimt­hei­ten rund um den Com­pu­ter, die Sie viel­leicht schon oft zur Ver­zweif­lung ge­bracht ha­ben.

Zur Zeit muß man ja — wohl oder übel — die QWERT­ZUIOP­-­An­ord­nung be herr­schen, wenn man über­haupt ma­schi­ne­schrei­ben will. Ge­ra­de das wür­de man je­doch auf ei­ner — viel be­que­me­ren — » Re­for­m­-­Ta­s­ta­tur« zwangs­läu­fig nach we­ni­gen Wo­chen ver­ler­nen. Aber wer möch­te das ris­kie­ren, so­lan­ge über­all noch QWERRT­ZUI­OPs ste­hen? Könn­te et­wa ei­ne Fir­ma bei sich ei­ne an­de­re Ta­s­ta­tur ein­füh­ren — und da­durch all ih­re Schreib­kräf­te im üb­ri­gen Ar­beits­markt »be­rufs­un­fä­hig« ma­chen?

Wenn die­se Re­for­m­-­Ta­s­ta­tur aber nie­mand ein­füh­ren wür­de — wel­cher Her­stel­ler dürf­te da Ar­beits­plät­ze ris­kie­ren, in­dem er un­ver­käul­li­che »Re­for­m- Schreib­ma­schi­nen­&l­qquo; pro­du­ziert statt der schlech­teren, aber ein­ge­führ­ten? Wenn aber nie­mand an­de­re Ta­s­ta­tu­ren pro­du­ziert — was kön­nen dann Leh­rer und Schu­len künf­ti­gen Com­puter­be­nut­zern bei­brin­gen? Wo­mit sich ein Teu­fels­kreis schließt.

Das war al­so der Auf­takt zur Ent­ste­hung des Kern­stücks Ih­rer Com­pu­ter­-­Ta­s­ta­tur. Sie fah­ren im­mer noch mit vor 118 Jah­ren an­ge­zo­ge­nen Brem­sen.

Die Control-Taste hat ihr eigenes Geheimnis

Bei der klas­si­schen Schreib­ma­schi­ne konn­te man im­mer­hin noch aus­ein­an­der­hal­ten, ob man je­weils ei­ne »Schreib«­-­Tas­te vor sich hat­te, die einen Buch­sta­ben, ei­ne Zif­fer oder ein Zei­chen auf das Pa­pier druck­te, — oder ei­ne »Be­die­nungs­«­-­Tas­te, um die Ma­schi­ne et­wa von Klein- auf Groß­buch­sta­ben um­zu­stel­len, für Kor­rek­tu­ren einen Schritt zu­rück­zu­ge­hen oder an den nächs­ten Zei­le­n­an­fang wei­ter­zu­schal­ten.

Aber als man vor rund 60 Jah­ren be­gann, sol­che Ma­schi­nen durch elek­tri sche Lei­tun­gen als »Fern­schrei­ber« mit ein­an­der zu ver­bin­den, muß­te man ja durch die glei­chen Dräh­te bei­des schik ken: so­wohl Strom­si­gna­le, die be­timm­te Zei­chen dar­stel­len, als auch sol­che, die der Ziel­ma­schi­ne Kom­man­dos wie »Wa­gen­rü­ck­lauf« »Zei­len­schal­tung«, »Rück­tas­te« us­w. ge­ben soll­ten. Hin­zu ka­men noch »Pri­vat­ge­sprä­che« der bei­den Ma­schi­nen mit­ein­an­der wie: »Bist du über­haupt emp­fangs­be­reit?« — »En­de der Uber­tra­gung« und so wei­ter.


/images/de-ergo/computerheft/GR000000.JPG/images/de-ergo/computerheft/GR000002.JPG

Ori­gi­nal amei­i­ka­ni­sche Ta­s­ta­tur: Nur Y und Z lie­gen an­ders als bei un­s, und die Um­lau­te feh­len. Für den Com­pu­ter wur­de das Buch­sta­ben­bild durch Spe­zi­al­tas­ten er­gänz­t: 1 ES­Cape — die Flucht­tas­te; 2 das Dop­pelk­zeuz # — im Ame­ri­ka­ni­schen Syn­i­bol für »Num­mer«; 3 das ame­ri­ka­ni­sche Kauf­mann­zei­chen »at« @; 4 Rück­tas­te, hat oft auch noch ei­ne »Schwes­ter« DE­Le­te (lö­schen); 5 Con­trol oder Ctrl gibt den Tas­ten ei­ne neue Be­deu­tung; 6 Wie Wa­gen­rü­ck­lauf der Schreib­ma­sc­chi­ne be­en­det auch Ein­ga­be. Al­le die­se Zei­chen wur­den auch auf der deut­schen Ta­s­ta­tur bei­be­hal­ten.

/images/de-ergo/computerheft/GR000001.JPG

Auch für die eng­li­sche Spra­che wur­de in­zwi­schen ei­ne we­sent­lich ver­bes­ser­te Ta­s­ta­tur ent­wor­fen. Ver­su­che be­wei­sen, man er­lernt sie in der hal­b­en Zeit und ver­tippt sich we­ni­ger. Trotz­dem konn­te sie sich nicht durch­set­zen.


Da­zu gab es nun im Prin­zip zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der er­hielt je­des der Nicht­-­Buch­sta­ben­-­Si­gna­le einen Ex­tra- Code (wo­für dann aber mehr Im­pul­se zum Ver­schlüs­seln not­wen­dig sin­d), oder man schick­te vor­weg ein Si­gna­l, das der Ma­schi­ne sag­te: Bit­te das fol­gen­de Zei­chen nicht als Buch­sta­be auf­fas­sen son­dern als Steu­er­be­fehl.

Nach­dem man all die­se Codes nach Her­zens­lust aus­pro­biert hat­te, gab es auf der Welt ei­ne sol­che Viel­falt von Co­des, daß vie­le Län­der ver­such­ten, we­nigs­tens für ihr Ge­biet durch Nor­men­-­Aus­schüs­se ei­ni­ger­ma­ßen Grd­nung zu schaf­fen — so auch die USA. Was dort her­aus­kam, war der »A­me­ri­ka­ni­sche Stan­dard­-­Co­de für In­for­ma­ti­ons­aus­tausch«, auf eng­lisch »A­me­ri­can Stan­dard Code for In­for­ma­ti­on In­ter­chan­ge« oder ab­ge­kürzt »AS­CI­I« (sprich: »äs­kih«).

Über den AS­CII gibt es wun­der­hüb­sche Ta­bel­len — die nur den Nach­teil ha­ben, daß man sich erst in ih­nen zu recht­fin­det, wenn man schon so viel über die­sen Code weiß, daß man sie ei­gent­lich nicht mehr braucht, Für un­se­ren Zweck reicht es, ganz sim­pel zu wis­sen: Er nu­me­riert al­le er­laub­ten Si­gna­le — ob nun für Kom­man­do, Zei­chen oder Buch­sta­be — von 0 bis 127 durch; im­mer, wenn so ei­ne Num­mer über­mit­telt wird, weiß man al­so, wel­ches Si­gnal ge­meint ist. 65 be­deu­tet zum Bei­spiel das gro­ße »A« — 127 »ei­nen Schritt zu­rück« wie beim Drü­cken der Rück­tas­te auf der Schreib­ma­schi­ne. (Wie man die­se Num­mern im Ein­zel­fall über­mit­telt — durch ei­ne Se­rie auf­ein­an­der­fol­gen­der Stro­mim­pul­se in der Lei­tung oder durch je einen in meh­re­ren par­al­le­len Lei­tun­gen — braucht uns hier nicht zu küm­mern).

Auch die­se spe­zi­el­le Nu­me­rie­rung der Si­gna­le wä­re ei­ne na­ti­o­na­le ame­ri­ka­ni­sche Re­ge­lung ge­blie­ben, die kei­nem von uns je Kopf­schmer­zen ge­macht hät­te — wenn nicht zu­vor schon wie­der ein­mal et­was schief­ge­gan­gen wä­re.

Im Jahr 1941 schrieb ein deut­scher Staats­be­am­ter (des­sen Na­men die Ge­schich­te gnä­dig ver­ges­sen hat) ent­rüs­tet ei­ne Ak­ten­no­ti­z: Da bast­le doch wahr­haf­tig mit­ten im groß­deut­schen Frei­heits­kampf ein ge­wis­ser Zu­se an ei­nem Ap­pa­rat, der mit elek­tri­schen Schal­tun­gen ganz von al­lein ma­the­ma­ti­sche Be­rech­nun­gen aus­füh­ren sol­le — was doch »a pri­o­ri als Schwin­del zu er­ken­nen sei« und man sol­le den ge­fäl­ligst schnells­tens zum Front­dienst ver­set­zen!

So wur­de al­so auch der ers­te wirk­lich ein­satz­fä­hi­ge Com­pu­ter nicht in Deut­sch­land ent­wi­ckel­t, son­dern in den USA — und wenn Sie sich heu­te mit lau­ter an­gel­säch­si­schen Fach­wör­tern und Täs­ten­be­schrif­tun­gen her­um­är­gern dür­fen, wis­sen Sie jetzt we­nigs­tens, bei wem Sie sich da­für zu be­dan­ken ha­ben.

In der Nach­kriegs­zeit war es dann kei­ne Fra­ge mehr, wer auf dem Ge­biet der Elek­tro­nik al­lein den Ton an­gib­t, noch bis in die sieb­zi­ger Jah­re, Der Sie­ges­zug von AS­CII war nicht mehr auf­zu hal­ten.

Der »Klammeraffe« stammt aus dem Wilden Westen

Da mal­ten zum Bei­spiel seit Wes­tern­-­Zei­ten ame­ri­ka­ni­sche Händ­ler auf ih­re Aus­zeich­nungs­-­Schil­der »4 App­les @ 5 c = 20 c« — wo­bei der merk­wür­di­ge Krin­gel ein Kür­zel für »at« und das Ge­gen­stück zum fran­zö­seln­den »ä« ih­rer deut­schen Kol­le­gen wa­r, al­so »4 Ap­fel à 5 Pf­g. «. Und so hat­ten ihn ame­ri­ka­ni­sche Schreib­ma­schi­nen auch brav mit un­ter ih­re Stan­dard­-­Zei­chen auf­ge­nom­men — ge­nau wie das dop­pel­te Kreuz # den » Cross­hat­ch«, als ame­ri­ka­ni­sche Ab­kür­zung für »Num­mer«.

Mit dem Auf­stieg des Com­pu­ters wur­den die­se bie­de­ren Kauf­manns­zei­chen plötz­lich auch ver­bind­lich für al­le deut­schen ED­V­-­Leu­te, die nun zum Bei­spiel den häu­fig ge­brauch­ten Code »64« mit dem @ auf­ru­fen muß­ten — dem »Klam­mer­af­fen­«, wie sie ihn zärt­lich­-­i­ro­nisch nann­ten.


/images/de-ergo/computerheft/GR000004.JPG/images/de-ergo/computerheft/GR000003.JPG

Mit Fa­r­be de­mon­s­triert — die lin­ke Hand wird sicht­bar mehr be­las­tet als die rech­te — Pech für Rechts­hän­der.


Aber sich an ein paar neue Zei­chen zu ge­wöh­nen, war ja noch gar nicht das Schlimms­te — man konn­te sie sich schließ­lich ge­nau­so ein­prä­gen wie et­wa den Punkt als De­zi­mal­kom­ma, wie ihn der Com­pu­ter ver­lang­t.

Är­ger­li­cher war es für uns Deut­sche, daß lau­fend ge­brauch­te Buch­sta­ben­zei­chen — Um­lau­te wie »ä« und »Ä« oder das »ß« — im AS­CII eben kei­ne Plät­ze hat­ten.

Nun konn­te man na­tür­lich mo­geln und die­sen Zei­chen bei uns die Co­de­-­Num­mern ir­gend­wel­cher an­de­rer (im AS­CII vor­han­de­nen, aber bei uns an­geb­lich nicht ge­brauch­ter) Zei­chen zu­ord­nen wie der ecki­gen oder der ge­schweif­ten Klam­mer.

Lei­der muß­te die­se Mo­ge­lei aber an min­des­tens drei Stel­len klap­pen: bei der Be­schrif­tung der Ta­s­ta­tur, der Dar­stel­lung der Zei­chen a dem Bild­schirm und bei dem, was ein Dru­cker schließ­lich als Zei­chen druck­te. Und da es an je der die­ser Stel­len nun zwei Mög­lich­kei­ten gab (ent­we­der Um­laut oder Klam­mer­zei­chen­), al­so ins­ge­samt 8 mög­li­che Kom­bi­na­ti­o­nen, war die Chan­ce, über all ein »ü« zu krie­gen, zu­nächst mal 1:8 — oder klei­ner, als beim Wür­feln auf An­hieb ei­ne Sechs zu wer­fen.

All das war je­doch noch durch­aus harm­los im Ver­gleich zu dem, was der AS­CII bei den Komm­man­do- bzw. Funk­ti­ons­tas­ten an­rich­te­te. Um mög­lichst al­le , was ir­gend­wer ir­gend­wann ein­mal brau­chen könnt, mit zu be­rück­sich­ti­gen, um­faß­te er ne­ben­ein­an­der (un­ter den Num­mern 0 bis 31):

  • ei­­ne Lat­te fes­ter Stan­dard­­-­­­Co­­des für al­le mög­­li­chen Fern­schreib- oder Druck­­-­­S­teu­e­rungs­­­-­­­Kom­­man­­dos mit eng­­li­­schen Ab­­kür­­zun­­gen wie »CR« (Ca­r­ra­­ge Re­turn = Wa­­gen­rü­ck­laul), »LE« (Li­­ne Feed = Zei­len­­scha­l­tung) us­w.; an­­de­­rer­­seits aber, um für al­le Fäl­le ge­rüs­tet zu sein,

  • ein Un­i­­ver­­­sa­l­­si­­gnal »ES­­CA­­PE«: »Ent­f­lie­he« al­len üb­­li­chen Zu­ord­­nun­­gen und be­han­d­le die fol­­gen­­den Si­­gna­le als Son­­deran­wei­­sun­­gen (z. B. zum Um­­­scha­l­ten ei­­nes Dru­ckers auf ei­­ne an­­de­­re Schrift­a­r­t, ei­­nes Bild­­schirms auf Ne­­ga­ti­v­­-­­Da­r­s­tel­­lung oder Blin­ken us­w.).

Das war nun sehr schön — aber mit wel­chen Tas­ten der Ta­s­ta­tur soll­te man denn die­se gan­ze Lat­te von Kom­man­dos auf­ru­fen?

Bei ei­ni­gen schien die Ant­wort sim­pel: eben mit de­nen, die auf der nor­ma­len Schreib­ma­schi­ne (o­der Fern­schreib­ma­schi­ne) schon im­mer die­se Funk­ti­on aus­ge­löst hat­ten — al­so den Rü­ck­wärts­schritt mit der Rück­tas­te (»­DEL« — »von »de­le­te« — lö­schen), das Weiter­schal­ten zum An­fang der nächs­ten Zei­le mit der »RE­TURN«­-­Tas­te — aber da gin­gen die Pro­ble­me schon los: >»­Schal­te zur nächs­ten Zei­le« (»L­F« LI­NE FEE­D) hat­te ja ei­ne ei­ge­ne AS­CI­I­-­Co­de­num­mer (10) und »Geh an den An­fang der Zei­le zu­rück« (»­CR« CAR­RI­A­GE RE­TURN) für sich ei­ne an­de­re (13); im Nor­ma­l­fall brauch­te man zwar bei­des zu­sam­men — aber manch­mal (et­wa wenn man in der glei­chen Zei­le noch et­was nach­ho­len woll­te) auch bloß ei­nes da­von ein­zeln!

Noch ei­ne der mil­de­ren Fol­gen ist, daß die Ein­ga­be­tas­te auf man­chen Ho­me­com­pu­tern statt mit »RE­TURN« mit »NEW LI­NE« be­schrif­tet ist — was vor al­lem dann sehr hilf­reich ist, wenn ein An­fän­ger im Hand­buch dann liest, er mö­ge CR drü­cken, Aber auch das ha­lf nicht dar­an vor­bei, für den Zei­len­vor­schub (LI­NE FEE­D) al­lein noch ei­ne zu­sätz­li­che Tas­te an­zu­brin­gen, ge­nau wie für den Flucht­be­fehl ESC. Aber so konn­te man ja nun wirk­lich nicht für al­le 32 AS­CI­I­-­Kom­man­dos wei­ter­ma­chen. Jetzt kam der al­te Trick von der Schreib­ma­schi­ne wie­der zum Zug. Dort hat­te man ja auch mit Hil­fe der Um­schalt­tas­te zwei Buch­sta­ben auf ei­nem He­bel un­ter­ge­bracht.

Drücken Sie doch einmal CTRL-M stattt RETURN!

Al­so bau­te man ei­ne zwei­te Um­schal­t­-­Tas­te ein: »CON­TRGL« oder ab­ge­kürzt »C­TRL«. So­lan­ge sie ge­drückt ist, »be deu­tet« eben das An­schla­gen der Tas­te »M« we­der Klein­-m noch Groß­-­M, son­dern das Steu­e­rungs­-­Kom­man­do »C­TRL­-­M«. Das aber ist — ich ha­be Sie ge­warnt! — zu­nächst ein­mal nichts an­de­res als un­ser Kom­man­do Nr. 13, näm­lich der Wa­gen­rü­ck­lauf »CR« — oder das, was Sie auch beim Drü­cken der RE­TURN­-­Tas­te be­kä­men; und ge­nau so hat nun je­des der AS­CI­I­-­Kom­man­dos von Nr. 0 bis 31 noch einen zwei­ten Na­men — von »C­TRL­-@ bis »C­TRL­-_ —, der be­schreib­t, wie man es durch Drü­cken von »CON­TRGL« und der ent­spre­chen­den Zei­chen­-­Tas­te auf­ru­fen kann,

Sie kön­nen ja ein­mal auf Ih­rem Com­pu­ter nach ei­ner Ein­ga­be nicht wie ge­wohnt die Tas­te RE­TURN drü­cken, son­dern statt­des­sen »C­TRL­-­M«. Das müß­te — nach dem vor­ab Ge­sag­ten — ge­nau die glei­che Wir­küng ha­ben,

Müß­te — sa­ge ich vor­sichts­hal­ber, denn nach­dem die »dop­pel­te Um­schalt tas­te« CON­TROL erst mal auf der Ta­s­ta­tur wa­r, lag die Ver­su­chung na­he, sie auch für ganz an­de­re Zwe­cke zu be­nut­zen — zum Bei­spiel bei man­chen Com­pu­tern (statt auf »Kom­man­dos«) auf einen Satz zu­sätz­li­cher Gra­fi­k­-­Zei­chen für Bild­schir­m­-­Dar­stel­lung um­zu­schal­ten, die man dann statt der nor­ma­len Buch­sta­ben und Zei­chen vom Tas­ten­feld her ein­tip­pen kann.

Erst recht be­geis­tert wa­ren von der Mög­lich­keit der CON­TRGL­-­Tas­te die Er­fin­der viel­sei­ti­ger An­wen­dungs­pro­gram­me (wie et­wa zur Text­ver­a­r­bei­tung), bei de­nen man ja dut­zend­wei­se Spe­zi­al­be­feh­le braucht: zum Hin- und Her­sprin­gen zwi­schen Buch­sta­ben, Wör­tern, Zei­len und Ab­sät­zen; zum For­ma­tie­ren, Ein­fü­gen und Lö­schen, Ein­le­sen und Weg­spei­chern von Tex­ten us­w. Wie wun­der­ba­r, je­dem da­von ein­fach ei­ne ei­ge­ne » CON­TROL­-­Se­quenz« zu­zu­ord­nen.

Manche Profis begrüßen jede neue Taste wie ein Geschenk

Nun gibt es zwei­fel­los Pro­fis, die je­de neue Tas­te, die man mit an­de­ren kom­bi­nie­ren kann, wie ein Ge­schenk be­grü ßen. Sie kau­fen auch Schwei­zer Of­fi­ziers­mes­ser mit 30 ver­schie­de­nen Funk­ti­o­nen und ent­de­cken noch ei­ne ein­und­drei­ßigs­te dar­an, die der Her­stel­ler selbst gar nicht kann­te. Sol­che Fans kön nen sich na­tür­lich über­haupt nicht vor­stel­len, daß wir Nor­mal­s­terb­li­chen, die bis­her fried­lich auf ei­ner Schreib­ma­schi­ne ge­tippt ha­ben, über­haupt nicht be­geis­tert sin­d, daß je­de ver­trau­te Tas­te plötz­lich ei­ne über­ra­schen­de Zu­satz fünk­ti­on hat.

Aber selbst wer schon ein biß­chen ver­traut ist mit Com­pu­tern, tappt im­mer wie­der in Fall­gru­ben — zum Bei­spiel, wenn er das Mo­dell wech­sel­t.

Al­so be­schlos­sen die Ta­s­ta­tur­-­Kon­struk­teu­re, die » Be­nut­ze­r­o­ber­flä­che« zu ver­bes­sern. Al­les muß simp­ler, an­wen­dungs­ge­rech­ter, über­sicht­li­cher wer­den! Wie macht man das? Ganz ein­fach: Man setzt eben noch ei­ne Lat­te von Tas­ten da­zu — dies­mal vor­sichts­hal­ber nur mit »F 1«, »F2« und so wei­ter be­schrif­tet: »frei pro­gram­mier­ba­re Funk­ti­ons­tas­ten­«, bei de­nen man von Fall zu Fall (o­der Pro­gramm zu Pro­gram­m) neu fest­le­gen kann, was sie dies­mal ge­ra­de tun sol­len!

Aber wo­her weiß der Be­nut­zer nun je­des­ma­l, was sie ge­ra­de tun! Auch ganz ein­fach: Da­zu braucht er nur ei­ne wei­te­re Tas­te mit der Auf­schrift »HEL­P« zu drü­cken — dann er­scheint die Er­klä­rung auf dem Bild­schir­m!

Nun, hei­li­ger Com­pu­ti­us, oder wer im­mer uns be­schütz­t: Wenn ein blu­ti­ger Com­pu­ter­-­An­fän­ger ein Pro­gramm so ver­korkst an­ge­legt hat, daß es we­der be­son­ders leicht zu be­nut­zen, noch zu durch­schau­en ist — sich aber kon­stant wei­ger­t, auch nur ei­ne Zei­le dar­aus zu strei­chen, dann schüt­teln halt al­le Fach­leu­te die Köp­fe und mur­meln: ,,Aus dem wird nie ein Pro­fi!«

Wenn aber wir Com­pu­ter­-­Be­nut­zer — ob An­fän­ger oder Hob­by­ist — auf die Ta­s­ta­tu­ren schau­e­n, an de­nen wir täg­lich ar­bei­ten müs­sen, dann kön­nen wir auch aus­ru­fen: »Da wa­ren nur Pro­fis am Werk!«

Ra­che muß sein, be­vor wir uns wie­der ans Werk ma­chen. Hel­mut Wolf­ram

Mailingliste

Mai­ling­lis­te für de­-­er­go

Sie sind herz­lich ein­ge­la­den, mit­zu­dis­ku­tie­ren über das The­ma 'er­go­no­mi­sche Tas­ten­be­le­gun­gen für Deut­sch­'. Wenn Sie In­ter­es­se ha­ben, abon­nie­ren Sie die Mai­ling­lis­te 'de­-­er­go­'. Die­se Mai­ling­lis­te hat sehr ge­rin­ges Auf­kom­men und auch nur we­ni­ge Le­ser :-)

Zur Abo­-­Ver­wal­tung

Nach der An­mel­dung er­hal­ten Sie ei­ne Mail mit der Bit­te um Be­stä­ti­gung. Nach der Be­stä­ti­gung er­hal­ten Sie ei­ne Mail mit wei­te­ren Hin­wei­sen.

de-ergo

Er­go­no­mi­sche deut­sche Tas­ten­be­le­gung

de­-­er­go is a ergonomic keymapping for german languages, like the Dvorak keymapping is for english languages. Thus de­-­er­go probably is not very interesing for non-german writers, which will be better sutied with Dvorak keymaps. For Dvorak keymaps and further information about it please visit Introducing the Dvorak Keyboard (by M. Brooks).

Sin­ce this pa­ge is on­ly of in­te­rest for peo­ple wri­ting ger­man, the re­main­der of this pa­ge is ger­man on­ly.

de­-­er­go ist eine ergonomische Tastaturbelegung für den deutschen Sprachraum; für den englischen Sprachraum ist die 'Dvoark'-Belegung seit langen ein Begriff.

de­-­er­go ist keine Dvorak mit Umlauten, sondern eine eigenständige, für die deutsche Sprache entwickelte Belegung. Sie basiert auf Untersuchungen von E. Meier, siehe Literatur & Links.

Ziel die­ses Pro­jekts ist es, ei­ne Tas­ten­be­le­gung zu be­kom­men, mit der das Schrei­ben leich­ter, aus­ge­wo­ge­ner und we­ni­ger an­stren­gend als mit der her­kömm­li­chen QWERTZ­-­Be­le­gung ist. Die Be­le­gung soll da­bei wis­sen­schaft­lich fun­diert sein.

Verfügbarkeit

de­-­er­go ist verfgbar für folgende Plattformen:

  • Li­­nux Con­­so­le (mo­­men­tan nur i386)

  • X11 als xmo­d­­map (für al­le Ta­s­ta­tu­ren)

  • X11 als xkb (un­­ge­tes­tet)

  • Win­­dows (sie­he Li­te­ra­tur & Links)

  • Mac OS X (sie­he Li­te­ra­tur & Links)

  • Ami­­ga­OS (un­­sup­­por­te­d)

Downloads

Aktuelle Version 0.1

de­-­er­go­-­0.1.ta­r.gz

Todo

  • Gg­f. al­ter­na­ti­­ve Be­le­­gun­­gen für die Pro­­gram­­mie­rung ent­wer­­fen.

Literatur & Links

Literatur

Für Hin­wei­se auf wei­te­re Li­te­ra­tur bin ich sehr dank­ba­r, denn bis­lang konn­te ich nur we­ni­ge Quel­len aus­fin­dig ma­chen.

Deutsche Sprachstatistik

Hel­mut Mei­er; Ge­org Olms Ver­lags­buch­hand­lung, Hil­des­heim; 1967

Of­fen­sicht­lich der Ori­gi­na­l­auf­satz von E. Mei­er. Un­klar ist mo­men­tan al­ler­dings, wes­halb "Hel­mut".

Forschungsbericht zur ergonomischen Gestaltung von Schreibmaschinentastaturen - Forschungsbericht des Bundesministeriums für Forschung und Technologie
Walter Rohmert; Eggenstein-Leopol; 1982; DV / 82,1-; 82;3

In­ter­es­sant sind die Sei­ten 116­-­136: Be­le­gung, Buch­sta­ben­häu­fig­kei­ten, et­c. Die­se Sei­ten sind hier auch on­line zu le­sen: als HTML, als PDF, und als TIFF­-S­can (mul­ti­pa­ge).

Aus­leih­bar per Fern­lei­he u.a. bei Bay­ri­schen Staats­bi­blio­thek, Si­gna­tur Z73 - 54, Nr. 36605600070013

Bildschirmarbeitsplätze - Ergonomie, Arbeitsplatzgestaltung, Gesundheit und Sicherheit, Aufgabenorganisation.

Dr. In­g. Ah­med Ca­kir, Di­pl. In­g. Da­vid J. Har­t, Di­pl.­rer.nat. Di­pl.­-­Psych. Tho­mas F.M. Ste­war­t; Sprin­ger­-­Ver­lag; 1980

  • Als Quel­le "CA­KIR 1980" an­­schei­­nend ein wich­ti­­ger In­­­put für o.g. For­­schungs­­­be­richt.

  • ISBN 3-­­540­­-­­10068­­-7

  • Aus­­leih­­bar u.a. bei Un­i­­ver­­­si­tät der Bun­­des­wehr, Un­i­­ver­­­si­täts­­bi­blio­thek, Si­­gna­tur W-B­W­L225/J458

Hand aufs Herz: Was halten Sie von diesem Keyboard? - Die Skandalchronik der Tastatur

Hel­mut Wolf­ram; P.M. Com­pu­ter­heft; 8/1985

Mit diesem Artikel über ergonomische Tastaturbelegungen entstand die Idee für de­-­er­go. Dort sind zwei Tastaturen (die eine von E. Meyer) abgebildet, aber sonst leider kaum Informationen angegeben. Insbesondere gibt es keinerlei Literaturhiweise.

Da die­ses Heft seit ett­li­chen Jah­ren ver­grif­fen ist, fin­den Sie den Ar­ti­kel hier als HTML und als TIFF­-S­can (mul­ti­pa­ge).

Neu 12/2003: Das Auf­ma­cher­-­Bild ist jetzt im HTML da­bei.

Rohmert: Auszug aus dem Forschungsbericht ergonomische Schreibmaschinentastaturen

Ent­nom­men aus Wal­ter Roh­mer­t: For­schungs­be­richt zur er­go­no­mi­sche Ge­stal­tung von Schreib­ma­schi­nen­ta­s­ta­tu­ren. Eg­gen­stein­-­Leo­pol, 1982. Rei­he: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung und Tech­no­lo­gie: For­schungs­be­richt / DV / 82,1­-; 82,3

Ori­gi­nal Scan (400d­pi) · Scan leicht über­a­r­bei­tet als PDF

D1.2.2.8 Belegung

Die grund­le­gen­de An­ord­nung der Zei­chen auf dem Tas­ten­feld blieb im we­sent­li­chen seit der Er­fin­dung der Schreib ma­schi­ne vor mehr als ei­nem Jahr­hun­dert un­ver­än­der­t. Seit dem gab es zahl­rei­che Be­mü­hun­gen, das QWER­TY­-­Tas­ten­feld (QWERTZ im Deut­schen) durch an­de­re zu er­set­zen.

Die­se Stan­dard­be­le­gung ging aus rein tech­ni­schen Ge­sichts punk­ten her­vor. Es soll­te das Ty­pen­klem­men be­nach­bar­ter Zei­chen ver­mie­den wer­den, in­dem die Tas­ten von in der eng­li­schen Spra­che häu­fig ne­ben­ein­an­der­ste­hen­den Buch­sta­ben (Di­gram, vgl. Ab­b. 81 und Ab­b. 82 ) weit aus­ein­an­der­ge­legt wur­den. Dies er­mög­lich­te ei­ne ho­he Schreib­ge­schwin­dig­keit; die häu­fi­ge­ren Di­grame wur­den durch wech­sel­sei­ti­ge Be­tä­ti­gung bei­der Hän­de ge­tas­tet. Bis auf die­ses Kri­te­ri­um ist die QWER­TY­-­An­ord­nung nicht auf die Struk­tur ei­ner Spra­che zu­ge­schnit­ten

Ent­spre­chend un­gleich ist die Be­las­tung der ein­zel­nen Fin­ger (KLO­CKEN­BER­G, 1924). Es scheint so, daß die­se Stan­dard­be­le­gung auch die Ar­beits­stel­lung be­ein­flußt und das Auf­tre­ten vom Sym­pto­men wie Mus­kel­krämp­fen und My­al­gi­en för­dert (FER­GU­SON, DUN­GAN, 1974).

Deutsch

Eng­lisch

Spa­nisch

en

ne

6,1 %

er

re

5,7 %

ei

i

4,4 %

de

ed

4,0 %

er

re

3,9 %

es

se

3,8 %

th

3,5 %

en

ne

3,5 %

re

er

3,5 %

ch

3,3 %

Abb. 81 Die häufigsten Digrame in der deutschen, englischen und in der spanischen Sprache, MEIER, 1967 (entnommen CAKIR, 1980)

Sum­me

en

ne

6,1 %

6,1 %

er

re

5,7 %

11,8 %

ei

ie

4,4 %

16,2 %

ch

3,3 %

19,5 %

de

ed

2,8 %

22,3 %

te

et

2,7 %

25,0 %

in

ni

2,5 %

27,5 %

ge

eg

2,2 %

29,7 %

es

se

2,2 %

31,9 %

un

nu

2,2 %

34,1 %

Abb. 82 Die zehn gebräuchlichsten Digrame und ihre Umkehrungen in der deutschen Sprache, MEIER (1967), entnommen GAKIR (1980)

Als phy­sio­lo­gi­sche Ge­stal­tungs­kri­te­ri­en soll­ten fol­gen­de Punk­te be­ach­tet wer­den ( RTIN, 1972; GA­KIR, 1980):

Be­die­nung der Ta­s­ta­tur mit mög­lichst häu­fi­gem Hand­wech­sel.

Tas­ten der Grund­rei­he soll­ten die Buch­sta­ben ent­hal­ten, die in der Spra­che am häu­figs­ten vor­kom­men.

An­zahl der Ver­ti­kal­be­we­gun­gen, die wie­der­holt nur einen Fin­ger be­an­spru­chen, so ge­ring wie mög­lich hal­ten (Wie­der­hol­funk­ti­on vor­se­hen für z.B. Un­ter­strei­chun­gen, Leer­tas­te).

Die Be­we­gun­gen und die Be­las­tung der Fin­ger, Hän­de und Ar­me wäh­rend des Schrei­bens sind stark von den Be­son­der­hei­ten der je­wei­li­gen Spra­che be­ein­fluß­t, bei­spiels­wei­se dem häu­fi­gen Vor­kom­men von Groß­buch­sta­ben im Deut­schen oder Ak­zen­ten im Fran­zö­si­schen.

Ei­ne Häu­fig­keits­ana­ly­se von Zif­fern- und Buch­sta­ben­fol­gen bei Tä­tig­kei­ten zur Ein­ga­be von Ko­die­run­gen in der EDV ist nicht mög­lich.

Um nach den vor­ge­nann­ten Punk­ten ei­ne er­go­no­mi­sche Tas­ten­be­le­gung vor­neh­men zu kön­nen, ist es not­wen­dig, ei­ne Aus­wer­tung der Zei­chen­häu­fig­kei­ten zu tref­fen, vgl. Ab­b. 83

Eng­lisch

Deutsch

Spa­nisch

Schwe­disch

%

Sum­me %

%

Sum­me %

%

Sum­me %

%

Sum­me %

1

e

12,41

12,41

e

16,55

16,55

e

13,77

13,77

e

9,97

9,97

2

t

8,90

21,31

n

10,36

27,01

a

11,26

25,03

a

9,34

19,31

3

o

8,13

29,44

i

8,14

35,15

o

8,41

33,44

n

8,78

28,09

4

a

8,09

37,53

r

7,94

43,09

s

8,40

41,84

t

8,62

36,71

5

r

7,13

44,66

s

5,57

48,66

n

6,94

48,78

r

8,41

45,12

6

i

6,46

51,12

t

5,43

54,09

r

6,84

55,62

s

6,51

51,63

7

n

6,41

57,53

a

5,15

59,24

d

5,61

61,23

i

5,71

57,34

8

s

6,41

63,94

h

4,76

64,00

i

5,56

66,79

l

5,29

62,63

9

h

4,73

68,67

d

4,21

68,21

l

4,83

71,62

d

4,47

67,10

10

l

4,10

72,77

u

4,01

72,22

c

4,58

76,20

o

4,04

71,40

.

.

.

.

.

.

.

.

z

0,10

100.00

y

0,03

100,00

w

0,01

100,00

q

0,01

100,00

Abb. 83 : Ein Vergleich relativer Buchstaben-Häufigkeiten in vier Sprachen, MEIER (1967) entnommen CAKIR (1980)

Da­bei tritt das Pro­blem der Zu­grun­de­le­gung ei­ner be­stimm ten Spra­che für das je­wei­li­ge An­wen­dungs­ge­biet auf. Er­stre­bens­wert ist, wie heu­te schon bei der QWER­TY­-­An­ord­nung, ei­ne in­ter­na­ti­o­nal na­he­zu ein­heit­li­che Tas­ten­be­le­gung, be­grün­det durch die wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Be­zie­hun­gen vie­ler Staa­ten.

Für die deut­sche Spra­che ist die pro­zen­tu­a­le Ver­tei­lung der Buch­sta­ben, sta­tis­tisch aus­ge­wer­tet aus in­halt­lich ver­schie­de­nen Tex­ten (20.000.00 Sil­ben 10.906.239 Wör­ter) mit Be­rück­sich­ti­gung der Leer­tas­te so­wie Satz­zei­chen, in Ab­b. 84, zur Ver­an­schau­li­chung in das QWERTZ Lay­out ein­ge­setz­t, dar­ge­stell­t.

0,012

1,278

13,22

6,178

4,263

0,950

2,571

5,748

1,597

0,449

q

w

e

r

t

z

u

i

0

p

0,523

3,898

4,504

3,949

1,222

2,403

3,886

0,148

0,864

2,643

Ü

a

s

d

f

g

h

j

k

l

0,229

0,443

0,015

0,024

2,389

0,662

1,439

7,954

1,929

1,322

Ö

ä

y

X

c

v

b

n

m

,

0,746

0,072

13,715

.

Leer­tas­te

Abb. 84 : Prozentuale Zeichenhäufigkeit aus inhaltlich verschiedenen deutschen Texten nach BAST, LEVASSEUR (1958)

Die Ar­beits­last­ver­tei­lung ei­nes deut­schen Tex­tes bei Be­nut­zung des QWERTZ­-­Tas­ten­fel­des zeigt Ab­b. 85

image0 Ab­b. 85 Das QWERTZ­-­Tas­ten­feld­-­Lay­out und die Ar­beits­last­ver­tei­lung beim Tas­ten ei­nes deut­schen Tex­tes MEI­ER (1967), et al. (1980)

In der eng­li­schen Spra­che ver­teilt sich die Ar­beits­last ent­spre­chend Ab­b. 86 in Ge­gen­über­stel­lung zum DVOR­AK Tas­ten­feld.

image1 Ab­b. 86: links: DVOR­AK­-­Sim­pli­fie­d­-­Key­board (DS­K), rechts: "Stan­dard" Be­le­gung; (1943) nach DVOR­AK

Bei der DVOR­AK­-­Be­le­gung lie­gen ca. 56 % der Ar­beits­be­las­tung beim Tas­ten eng­li­scher Tex­te auf der rech­ten Han­d, und die Be­las­tung der Fin­ger kon­zen­triert sich auf die stär­ke­ren Mit­tel- und Zei­ge­fin­ger. Auch un­güns­ti­ge Be­we­gungs­fol­gen der Fin­ger sol­len mit die­ser Be­le­gung re­du­ziert wor­den sein. Die Häu­fig­keit der auf­ein­an­der­fol­gen den Be­tä­ti­gun­gen des sel­ben Fin­ger­s, ent­we­der beim Nie­der­drü­cken be­nach­bar­ter Tas­ten oder Be­we­gun­gen von der obers­ten Tas­ten­rei­he zur Grund­rei­he bzw. un­te­ren Tas­ten­rei­he konn­te durch die DVOR­AK­-­Be­le­gung in ei­ne ver­stärkt wech­seln­de Han­d- bzw. Fin­ger­be­we­gung um­ge­wan­delt wer­den (YA­MA­DA, 1980), s. Ab­b. 87

image2image3 Ab­b. 87 : Ver­rin­ge­rung der un­güns­ti­gen Tast­fol­gen (be­zo­gen auf die eng­li­sche Spra­che) , durch das DVOR­AK Tas­ten­feld. Die Hö­he der zwei Tas­ten ver­bin­den­dem Li­ni­en stellt das pro­por­ti­o­na­le Maß der Häu­fig­keit die­ser vor­kom­men­den Tast­fol­gen dar, (ent­nom­men YA­MA­DA, 1980)

An­geb­lich soll das DVOR­AK­-­Tas­ten­feld bei kür­ze­rer Aus­bil­dungs­dau­er des Schrei­ben­den auch hö­he­re Leis­tung er­mög­li­chen, aber ver­schie­de­ne Un­ter­su­chun­gen und Leis­tungs­ver­glei­che konn­ten die An­nah­me nicht end­gül­tig be­stä­ti­gen (D­VOR­AK, 1943; BAST, 1958; BROWN et al., 1966; KLEM­MER, 1971; MAR­TIN, 1972; AL­DEN et al., 1972; KIN­KEA­D, 1976; GA­KIR, 1980).

Die Be­le­gung und Be­die­nungs­wei­se des MEI­ER­schen Tas­ten­fel­des sind in Ab­b.88 dar­ge­stellt Es zeigt sich hier, daß die Män­gel des QWER­TY­-­Lay­outs über­wun­den wer­den kön­nen, oh­ne auf den grund­le­gen­den Vor­teil der mehr­spra­chi­gen Tas­ten­be­le­gung ver­zich­ten zu müs­sen (CA­KIR, 1980)

image4 Ab­b. 88 : Die Mei­er­sche Tas­ten­feld­-­An­ord­nung und Ar­beits­last­ver­tei­lung auf der Grund­la­ge der Häu­fig­keit ein­zel­ner Buch­sta­ben in der deut­schen, eng­li­schen und spa­ni­schen Spra­che, MEI­ER (1967) ; ent­nom­men CA­KIR (1980)

DREI­SPRA­CHEN TA­S­TA­TUR (nach Mei­er, Deut­sch, Eng­lisch, Spa­nisch)

Eben­falls un­ter Be­rück­sich­ti­gung der sprach­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten ent­wi­ckel­te das In­sti­tut MAR­SAN (1979) für das Kern­feld der Ta­s­ta­tur meh­re­re Be­le­gungs­ent­wür­fe. Grund­la­ge da­zu war ei­ne Com­pu­ter­ana­ly­se der vier Spra­chen Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Spa­nisch, Deutsch so­wie ei­ner Ima­gi­när­spra­che, die ei­ne aus die­sen vier ge­nann­ten in be­stimm­tem Ver­hält­nis zu­sam­men­ge­setz­te Syn­the­se dar­stell­t. Die Ad­ap­ti­o­n. an die­se Spra­chen er­gab bis auf ei­ni­ge Zei­chen ähn­li­che Be­le­gun­gen, s. Ab­b. 89 . ·Es ist zu be­rück sich­ti­gen, daß es sich hier um ei­ne the­o­re­tisch­-­sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung han­del­t, prak­ti­sche Er­pro­bun­gen lie­gen bis her nicht vor.

image5 Ab­b. 89 a: Be­le­gung der "In­ter­na­ti­o­na­len Ta­s­ta­tur" in An­pas­sung an die fran­zö­si­sche Spra­che (MAR­SAN, 1979)

image6 Ab­b. 89 b: An­pas­sung an die deut­sche Spra­che (MAR­SAN, 1979)

image7 Ab­b.89 c: An­pas­sung an die spa­ni­sche Spra­che (MAR­SAN, 1979)

image8 Ab­b. 89 d: An­pas­sung an die eng­li­sche Spra­che (MAR­SAN, 1979)

Auf die eng­li­sche Spra­che be­zo­gen, wird die Be­le­gung der Ta­s­ta­tur "Mal­tron Mark II" als op­ti­mal an­ge­ge­ben (MAL­T, 1977), s. Ab­b. 90. 90 % der Buch­sta­ben der 100 meist be­nutz­ten eng­li­schen Wör­ter sind da­bei auf den Aus­gang­s­tas­ten (,ho­me­-­row­') di­rekt un­ter der Grund­stel­lung der Fin­ger un­ter­ge­bracht. Es er­gibt sich da­nach ei­ne Ar­beits­last­ver­tei­lung, die eben­falls in Ab­b. 90 dar­ge­stellt ist. Be­tont wird von der Au­to­rin die An­ord­nung der ,E­'­-­Tas­te un­ter­halb des lin­ken Dau­mens. Die "S­hift"­-­Tas­te und "S­hift­-­Lock"­-­Tas­te be­fin­den sich im Ker­n­a­r­beits­be­reich des Fin­gers 5, die "Space­-­ba­r"­-­Tas­te wird vom Dau­men (Fin­ger 1) be­tä­tig­t.


£

4

$

(

)

&

@

%

=



1

2

3

4

5



6

7

8

9

0



Q

P

Y

C

B



V

M

U

Z

L


Shift­-­Lock

A

N

I

S

F



D

T

H

0

R

:;

Shift

,

?

J

G

"*

E

Sp

_!

W

K

X

Shift

8%

7%

7%

13%

.

Cr

15%

7%

7%

8%







11%

17%







Workload %

LH To­tal 46%



RH To­tal 54%


Abb. 90 : Belegung nach MALT (1977) bei Zugrundelegung der englischen Sprache
Die starke Abweichung dieser Belegung von dem DVORAK-Layout, dem MEIER'schen Tastenfeld und der englischen Belegung von MARSAN, die gemeinsam die Vokale in der linken Tastaturhälfte auf der Grundreihe angeordnet haben und die dort ausschließlich von der linken Hand zu betätigen sind, rührt von Ergebnissen aus Versuchen her, die von MALT (1977) durchgeführt wurden.
In Kurzzeitversuchen weist nach ihren Erkenntnissen laterale Eintastung zweier Finger kürzere Zeitintervalle als die contra-laterale, z.B. der gleichen Finger der rechten und linken Hand, auf. Die höchste Frequenz in den 10 Sekunden-Versuchen wurde mit dem Fingerwechsel 4/3 erreicht. Dies steht im deutlichen Widerspruch zu den von GAKIR (1980) gegebenen Empfehlungen, wonach die Fingerfolge 4/3 möglichst gering gehalten werden solle, und zu den von FOX, STANSFIELD (1964); DANIELS und GRAF (1970); KLOCKENBERG (1924); ermittelten Ergebnissen, welche die. kürzesten Zeitintervalle beim Eintasten durch alternierende Handbewegungen feststellen.

Der Grund der dif­fe­rie­ren­den Er­geb­nis­se und der dar­aus re­sul­tie­ren­den un­ter­schied­li­chen Be­le­gungs­ent­wür­fe liegt mög­li­cher­wei­se in der Art der Ver­suchs­durch­füh­rung. FOX und STANS­FIELD (1964) und DA­NI­ELS, GRAF (1970) er­hiel­ten ih­re Er­geb­nis­se aus der Ana­ly­se ei­nes ge­schrie­be­nen fort­lau­fen­den Tex­tes, in­dem sie die kür­zes­ten Zei­t­in­ter­val­le her­aus­such­ten und die­se mit den da­zu­ge­hö­ri­gen Buch­sta­ben­fol­gen ver­gli­chen. MALT führ­te Kurz­zeit­ver­su­che (10 sec) im La­bor mit al­ter­nie­ren­den Hand­e­in­sät­zen bzw. wech­seln­den be­nach­bar­ten Fin­gern durch, die nur je­weils zwei fest­ge­leg­te Tas­ten zu be­tä­ti­gen hat­ten.

Die Be­le­gun­gen der Ta­s­ta­tu­ren von DVOR­AK, MEI­ER und MAR­SAN fol­gen der Leit­re­gel der be­vor­zugt ein­zu­set­zen­den al­ter­nie­ren­den Hand­be­we­gun­gen, wäh­rend MALT die Be­le­gung ent­spre­chend ih­rer Ver­such­s­er­geb­nis­se in der Art ge­stal­te­te, daß der von ihr er­mit­tel­ten schnells­ten Fin­ger­se­quenz, der la­te­ra­len, im Lay­out deut­lich Rech­nung ge­tra­gen wird.

Es kann nach die­sen wi­der­sprüch­li­chen Ge­stal­tungs­re­geln kei­ne end­gül­ti­ge Emp­feh­lung aus der Li­te­ra­tur zu die­sem Punkt ge­ge­ben wer­den.

Ei­ne Mög­lich­keit, die Ta­s­ta­tur­be­tä­ti­gung zu ver­ein­fa­chen, stellt die freie Be­leg­bar­keit (Pro­gram­mie­rung) von zu­sätz­li­chen Tas­ten dar. Es kön­nen, z.B. im Ge­schäfts­ver­kehr, gan­ze Wort­grup­pen wie An­re­den oder ähn­li­ches auf Tas­ten­druck au­to­ma­tisch ge­schrie­ben wer­den.

Das al­pha­-­nu­me­ri­sche Tas­ten­feld um­faßt ne­ben den Al­pha­bet und den Satz­zei­chen die neun Zif­fern, die all­ge­mein in der obers­ten Tas­ten­rei­he der Stan­dard­-­Ta­s­ta­tur an­ge­ord­net sin­d. SEI­BEL (1972) be­fin­det die­se An­ord­nung der nu­me­ri­schen Zei­chen un­ter be­stimm­ten ar­beitss­pe­zi­fi­schen An­for­de­run­gen, ver­gli­chen mit der ge­trenn­ten An­ord­nung ei­nes nu­me­ri­schen Tas­ten­fel­des für sinn­voll oder mög­li­cher­wei­se so­gar über­le­gen. Es lie­gen al­ler­dings da­zu kei­ne ver­gleich­ba­ren Un­ter­su­chun­gen zur Be­ur­tei­lung vor (SEI­BEL).

Be­in­hal­tet die Tä­tig­keit, bei­spiels­wei­se am Ter­mi­na­l, auch einen An­teil block­wei­ßer nu­me­ri­scher Ein­ga­ben (z.B. Ko­die­run­gen), ist es an­ge­zeig­t, die al­pha­-­nu­me­ri­sche Ta­s­ta­tur mit ei­nem zu­sätz­li­chen nu­me­ri­schen Tas­ten­feld zu kom­bi­nie­ren.

Ei­ne wei­te­re Al­ter­na­ti­ve, die zu Ver­suchs­zwe­cken ent­wi­ckelt wur­de, stellt die si­mul­ta­ne Mehr­fach­be­die­nung ("Chord­-­Key­board") der Tas­ten dar (SEI­BEL, 1972) . Die Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten von Tas­ten er­lau­ben das Ko­die­ren je mach Pro­gram­mie­rung von ein­zel­nen Zei­chen, Sil­boa oder Wort­grup­pen und re­du­ziert da­mit die An­zahl der not­wen­di­gen Ein­tas­tun­gen, er­for­dert aber von dem Be­nut­zer lan­ges Trai­ning und stellt wäh­rend der Be­tä­ti­gung ei­ne ho­he men­ta­le An­for­de­rung dar (KLEM­MER, 1971)

Ähn­lich ver­hält es sich mit dem von GON­RA­D, LONG­MAN (1965) vor­ge­stell­ten Ent­wurf (s. Ab­b. 91 )

image9 Ab­b. 91 : "Chord­-­Key­board" nach CON­RA­D.. LONG­MAN (1965)

image10

Die­se Ta­s­ta­tu­r­art ist nach Dar­stel­lung der ge­nann­ten Au­to­ren güns­tig in der An­wen­dung für be­stimm­te Ko­dier­auf­ga­ben, im Be­reich der Tex­t- und Da­ten­ver­a­r­bei­tung, aber in Hin­blick auf die not­wen­di­ge Be­nutz­bar­keit durch un­ge­üb­te Per­so­nen, als Er­satz ei­ner al­pha­-­nu­me­ri­schen Ta­s­ta­tur nicht re­le­vant.

Ne­ben dem Aspekt der Sprach­ana­ly­se ist der Aspekt der. Tä­tig­keits­ana­ly­se auch in­ner­halb ei­nes Sprach­be­reichs von Be­deu­tung. Für spe­zi­fi­sche An­wen­dungs­fäl­le (vgl. ROH­MER­T, LUCZ­AK, 1978; HAI­DER, ROH­MER­T, 1979) kön­nen op­ti­ma­le Ge­stal­tungs­emp­feh­lun­gen von den vor­ge­stell­ten Be­le­gungs­vor­schlä­gen weit ab­wei­chen.

Ei­ge­ne ex­pe­ri­men­tel­le Un­ter­su­chun­gen zur Ta­s­ta­tur­be­le­gung zie­len pri­mär auf die Be­ur­tei­lung der Fin­ger­be­weg­lich­kei­ten bei der Be­die­nung ei­ner nor­mier­ten al­pha­-­nu­me­ri­schen Ta­s­ta­tur.

Bei dem La­bor­un­ter­su­chun­gen wur­den zu­nächst für die mög­li­chen ver­ti­ka­len und ho­ri­zon­ta­len Tas­ten­be­tä­ti­gun­gen der lin­ken Hand sto­chas­tisch ver­teil­te Buch­sta­ben­fol­gen auf ei­nem Bild­schirm dar­ge­bo­ten. In ei­ner on­-­li­ne Kopp­lung an einen Pro­zeß­rech­ner wur­den die an­ge­bo­te­nen und ein­ge­tipp­ten Zei­chen so­wie die zu­ge­hö­ri­gen Zei­ten (in ms) er­faßt. Im fol­gen­dem wird im ers­ten Ana­ly­se­schritt von der Leis­tung (Zeit­ab­stand ei­ner Sym­bol­kom­bi­na­tiom) auf die Fin­ger­be­weg­lich­keit ge­schlos­sen, spä­ter wird auch die Ge­schwin­dig­keit der Fin­ger­be­we­gung in die Ana­ly­se mit­ein be­zo­gen.

Die Er­geb­nis­se wer­den knapp re­fe­rier­t; sta­tis­ti­sche Ab­si­che­run­gen und Da­ten­dar­stel­lun­gen sol­len in ge­plan­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen ar­beits­wis­sen­schaft­li­cher und -phy­sio­lo­gi­scher Zeit­schrif­ten aus­ge­führt wer­den.

Vertikale Bewegungsrichtung der Finger:

Die Ran­grei­he der Fin­ger (F2 bis F5) kor­re­liert si­gni­fi­kant (P<0,0S) mit den zu­ge­hö­ri­gen Be­we­gungs­zei­ten; Ab­hän­gig­kei­ten der Fin­ger von der Be­tä­ti­gungs­rich­tung (z.B. von der Grund­rei­he zur obe­ren oder un­te­ren Rei­he) oder vom Tas­te­n­ab­stand (z.B. von der Grund­rei­he zur obe­ren Rei­he/von der un­te­ren Rei­he zur obe­ren Rei­he) konn­te da­ge­gen nicht ab ge­si­chert wer­den.

Die Leistungsunterschiede zwischen den Fingern sind signifikant bis auf die Kombinationen F2-F3 und F4-F5.

image11image12 Ab­b.92: Zeit­ver­tei­lung bei nicht­-­kon­ti­nu­ier­li­cher Ta­s­ta­tur­be­tä­ti­gung (nach PAN­TON, 1976 (o­ben) und NE­A­L, 1977 (un­ten)

Die für die je­wei­li­gen Fin­ger ge­mit­tel­ten Be­we­gungs­zei­ten be­tra­gen

F2

215 ms

F3

236 ms

F4

278 ms

F5

287 ms

Die Zei­ten lie­gen ins­ge­samt in dem aus der Li­te­ra­tur zu er­war­ten­den Be­reich für nicht­-­kon­ti­nu­ier­li­che Tex­te (vgl. Ab­b.92 ). Da­mit er­scheint der an ei­ner Ver­suchs­per­son er­ho­be­ne Da­ten­satz über­trag­ba­r.

Ab­b. 93 ver­deut­licht die be­schrie­be­nen Er­geb­nis­se. In­ter­pre­tie­rend wird deut­lich, daß die Fin­ger F2 und F3 un­ab­hän­gig von Tas­te­n­ab­stand und ver­ti­ka­ler Be­we­gungs­rich­tung hö­he­re Tast­leis­tun­gen er­zie­len.

image13 Ab­b. 93: Zeit­zu­ord­nung für ver­ti­ka­le Fin­ger­kom­bi­na­ti­o­nen­_^ von der Grund­rei­he nach oben­von der Grund­rei­he nach un­ten^ von der un­te­ren Rei­he zu der obe­ren Rei­nev von der obe­ren Rei­he zu der un­te­ren Rei­he.

Horizontale Bewegungsrichtung der Finger:

Leis­tungs­un­ter­schie­de sind in ho­ri­zon­ta­ler Rich­tung mög­lich be­zo­gen auf die Ta­s­ta­tur­rei­hen (o­be­re­-, Grun­d­-, un­te­re Rei­he) und be­zo­gen auf die Be­we­gungs­rich­tung (von au­ßen nach in­nen (z.B. F5­-­F2) oder von in­nen nach au­ßen (z.B. F3­-­F5)).

Die Da­te­n­ana­ly­se zeig­te hin­sicht­lich der Ta­s­ta­tur­rei­hen fol­gen­de Un­ter­schie­de:

  • Die Tast­leis­tung auf der Grun­d­rei­he ist si­g­ni­­fi­­kant hö­her als auf der un­­te­ren oder obe­ren Rei­he.

  • Un­­te­­re und obe­­re Rei­he un­­ter­­schei­­den sich leis­tungs­­mä­­ßig nicht.

Die Leis­tungs­mit­tel­wer­te für die Rei­hen be­tra­gen:

Obe­re Rei­he

258,0 ms

Grund­rei­he

244,7 ms

Un­te­re Rei­he

270,8 ms

Bei Be­rück­sich­ti­gung al­ler Da­ten läßt sich ein Rich­tungs­ef­fekt nicht ab­si­chern. Ana­ly­siert man die Da­ten für je­de Rei­he ge­trennt, so zeigt sich, daß die ho­ri­zon­ta­le Tast­leis­tung für die obe­re und un­te­re Rei­he dem Tas­te­n­ab­stand um­ge­kehrt pro­por­ti­o­nal ist.

Bezogen auf alle Reihen ergeben sich günstige Fingerkombinationen für
F2 - F2
F3 - F2
und ungünstige (langsame) für solche, die zum 3. Finger oder zum 4. Finger hinlaufen (vgl. Abb. 94).

image14 Ab­b. 94 : Zeit­zu­ord­nun­gen für ho­ri­zon­ta­le Fin­ger­be­we­gun­gen. Ex­em­pla­risch dar­ge­stellt für die Grund­rei­he

Linke Hand, Grundreihe
<- nach außen

-> nach in­nen

Bei den Un­ter­su­chun­gen der Be­we­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten (Be­we­gungs­weg/­Be­we­gungs­zeit) der Fin­ger in ho­ri­zon­ta­ler und ver­ti­ka­ler Rich­tung zeig­te sich, daß wei­ter aus­ein­an­der lie­gen­de Tas­ten mit hö­he­rer Ge­schwin­dig­keit be­tä­tigt wer­den als nä­her bei­ein­an­der plat­zier­te. Die­se Ten­denz läßt sich auf ei­ner Mit­tel­werts­ba­sis ta­bel­la­risch ver­deut­li­chen

Zwischenraum
(n Tasten)
Betätigungs-
geschwindigkeit
(mm/sec)

0

7,22

1

15,19

2

20,15

3

30,17

Ei­ge­ne Un­ter­su­chun­gen mit Fließ­tex­ten be­stä­ti­gen die we­sent­lich schnel­le­ren Ein­tas­tra­ten bei al­ter­nie­ren­der Ein­ga­be (Grö­ßen­ord­nung 100 ns) ; man ver­glei­che da­zu auch Ab­b. 95

Ab­b. 95 : Fre­quenz­ver­tei­lung von al­ter­nie­ren­den Ein­tas­tun­gen und Ein­hand­ein­tas­tun­gen im Ver­gleich (Kink­hea­d, 1972)

image15

Da­mit läßt sich zu­sam­men­fas­send emp­feh­len (vgl. auch HI­RA­GA, ONO u. YA­MA­DA, 1980):

  1. al­ter­na­tie­ren­­de Ein­tas­tun­­gen (Wech­­sel rech­te Hand - lin­ke Han­d)

  2. Ein­­satz nichtbe­nach­­ba­r­ter Fin­­ger be­vor­­­zu­­gen.

Beim Ein­satz weit aus­ein­an­der­lie­gen­der Fin­ger wird durch den Ein­satz der ho­hen Be­weg­lich­keit des Hand­ge­lenks ei­ne ho­he Ein­tast­ge­schwin­dig­keit er­reicht.

Rich­tungs­ab­hän­gig er­gibt sich ei­ne güns­ti­ge Tast­fol­ge (Ge­schwin­dig­keit) wenn die Fin­ger F2 oder F3 den Aus­gangs­punkt der Be­we­gung dar­stel­len und ei­ne nied­ri­ge­re Ge­schwin­dig­keit. wenn F2 oder F3 das Be­we­gungs­ziel dar­stel­len.

Mit ab­ge­schwäch­ter Ten­denz zei­gen sich die Fin­ger F2 und FS güns­tig für den End­punkt von Be­we­gun­gen (vgl. Tab. 6 )

Fin­ger

Rich­tung

B
>
Z
<

F2

34 %

F3

100 %

0 %

F4

88 %

12 %

F5

36 %

64 %

Tab. 6 : Häufigkeiten höherer (>) bzw. niedriger (<) Bewegungsgeschwindigkeiten bei Bewegungsbeginn (B) von Finger F zu allen anderen Fingern; bzw. bei Bewegungsziel (Z) des Fingers F von allen anderen Fingern kommend

Um die Er­geb­nis­se zur Be­we­gungs­ge­schwin­dig­keit für das Tas­ten­feld zu­sam­men­zu­fas­sen, wur­den den Tas­ten Ko­die­run­gen zu­ge­wie­sen (vgl. Ab­b. 96), die die Tas­ten­rei­he und den zu­ge­ord­ne­ten Fin­ger re­prä­sen­tie­ren. Für je­de Kom­bi­na­ti­on von Rei­he und Fin­ger (ent­spricht Tas­te) läßt sich die Be­we­gungs­ge­schwin­dig­keit von der Tas­te weg und zur Tas­te hin in ei­ne Ran­grei­he ord­nen. Die­se Ran­grei­he (1­-­15) wur­de in die Ta­s­ta­tur­ma­trix ein­ge­tra­gen (Ab­b. 96).

image16 Ab­b. 96: Ran­grei­he der Be­we­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten der lin­ken Hand be­zo­gen auf ein nor­mier­tes Tas­ten­feld.

Die schraf­fier­ten Be­rei­che der Ab­b.96 ver­deut­li­chen die ho­hen Be­we­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten (Rang­platz 1-­7). Für die Er­geb­nis­se zeigt sich ei­ne ten­den­zi­el­le Über­ein­stim­mung mit den Re­sul­ta­ten von Pan­ton (1976).

Vortrag über die Möglichkeiten von Voice over IP (VoIP)

Am 23. Ok­to­ber 2006 wird Har­mut Go­ebel bei den Wirt­schaft­ju­ni­o­ren Nürn­berg einen Vor­tag hal­ten. Ti­tel: "In­ter­net­-­Te­le­fo­nie -- mehr als bil­lig Te­le­fo­nie­ren"

Seit An­fang letz­ten Jah­res ist In­ter­net­-­Te­le­fo­nie (o­der VoIP, Voi­ce of IP) auch für klei­ne Un­ter­neh­men oder zu­hau­se ein The­ma. Die Zeit­schrif­ten sind voll mit Wer­bung.

In die­sem Vor­trag se­hen Sie ei­ni­ge Sze­na­ri­en, wie man VoIP ein­set­zen kann. Denn es bie­tet aber mehr als nur Te­le­fon­kos­ten zu spa­ren: vir­tu­el­le Un­ter­neh­men be­kom­men ei­ne eben­so vir­tu­el­le Te­le­fon­an­la­ge, oder der Bü­ro­-­No­ma­de hat sei­nen Fest­netz­-­An­schluss im­mer da­bei.

Der Vor­trag zeigt auch, was tech­nisch mög­lich wä­re, aber die An­bie­ter ver­schwei­gen und war­um. Da­zu ge­hö­ren auch ei­ni­ge Tipps aus der Pra­xis und na­tür­lich ein Blick auf die Si­cher­heit von VoIP. Und wie man ver­mei­det, an einen be­stimm­ten Her­stel­ler oder An­bie­ter ge­bun­den zu sein (das so­ge­nann­te Ven­dor­-­Lock­-­In). Der Fo­kus liegt auf klei­nen Un­ter­neh­men und dem Pri­va­t­an­schluss.

Der Vor­trag fin­det statt am 23. Ok­to­ber 2006, 18:30 Uhr in der IHK Nürn­ber­g. Um an­mel­dung wird ge­be­ten.

Vortrag zu Risiken und Sicherheit bei Voice over IP

Für ein gro­ßes deut­sches Sys­tem­haus hält Hart­mut Go­ebel einen Vor­trag zu Ri­si­ken von Voi­ce over IP (VoIP).

Die­ser Vor­trag gibt der Ma­na­ge­ment­-­E­be­ne einen Ein­blick in die Ris­kien, die mit VoIP ver­bun­den sin­d. Da­mit wer­den die Zu­hö­rer in die La­ge ver­setz­t, die­se Ri­si­ken zu be­wer­ten und ent­spre­chend zu hand­ha­ben.

Goebel schreibt für Sicherheitshandbuch

Die Lo­se­blatt­samm­lung "Netz­werk­si­cher­heit", her­aus­ge­ge­ben von Pro­fes­sor Pohl­mann, wird ab der nächs­ten Akua­li­sie­rung von Hart­mut Go­ebel mit­ge­schrie­ben.

Kon­kre­te Fall­bei­spie­le aus der Pra­xis und Si­cher­heits­lö­sun­gen zei­gen Ih­nen, wie Sie platt­for­m­über­grei­fen­de Se­cu­ri­ty­-­Pro­ble­me im Ser­ver- und Cli­ent­-­Be­reich in den Griff be­kom­men.

Dem Her­aus­ge­ber ge­fällt be­son­ders die Pra­xis­nä­he, die Hart­mut Go­ebel mit­bring­t.

De­ti­als zum Buch: Pohl­man, Nor­bert (Hr­g.): Or­ga­ni­sa­ti­ons­hand­buch Netz­werk­si­cher­heit; Pra­xis­lö­sun­gen für den Netz­werk­ver­ant­wort­li­chen.

Goebel zum Aufsichtsrat bei 7-it gewählt

Auf der heu­ti­gen Ge­ne­ra­l­ver­samm­lung der 7-­it e.G. wur­de Hart­mut Go­ebel in den Auf­sichts­rat ge­wähl­t.

Go­ebel Con­sult ist seit gut ei­nem drei­vier­tel Jahr Mit­glied bei der "Ge­nos­sen­schaft 7-­it":htt­p://ww­w.7­-­it.­de. Nun wur­de Hart­mut Go­ebel in den drei­köp­fi­gen Auf­sichts­rat ge­wähl­t. Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Die­ter Pohl freut sich: "Ich schät­ze den kri­ti­schen Blick, mit dem Herr Go­ebel Din­ge aus ei­nem an­de­ren Blick­win­kel be­trach­ten kann." Auch der Vor­stand Horst Här­tel ist über­zeug­t, dass "wir mit dem neu­en Auf­sichts­rat die 7-­it ein gan­zen Stück nach vor­ne brin­gen wer­den."

Portrait von Hartmut Goebel

Hartmut Goebel

Diplom-Informatiker, CISSP, CSSLP, ISO 27001 Lead Implementer

Haben Sie noch Fragen?
Anruf oder Mail genügt:
  +49 871 6606-318
  +49 175 29 78 072
  h.goebel@goebel-consult.de