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Kurzsichtiger Juristentag

Vom Deut­schen Ju­ris­ten­tag hat­te ich bis­lang den Ein­druck, er sei weit­sich­tig. Seit den neu­en Be­schlüs­sen ge­gen An­ony­mi­tät im In­ter­net und für Vor­rats­da­ten­spei­che­rung muss ich dies al­ler­dings re­vi­die­ren.

Auf der Ver­samm­lung letz­te Wo­che (18.­-­21. Sep­tem­ber 2012) hat der Ju­ris­ten­tag tat­säch­lich be­schlos­sen: »Ein „Recht auf an­ony­me In­ter­net­-­Nut­zung“ ist nicht an­zu­er­ken­nen (Punkt 6.b, Sei­te 24) und "T­e­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter soll­ten [...] ver­pflich­tet wer­den, be­stimm­te Ver­kehrs­da­ten zu sam­meln und für min­des­tens sechs Mo­na­te zu spei­chern" (Punkt 4.d Sei­te 11).

Erschreckend!

Da­mit hat der Ju­ris­ten­tag ge­zeig­t, dass Tech­nik­fol­ge­n­ab­schät­zung nicht zu sei­nen Stär­ken ge­hör­t. Bei­des, Vor­rats­da­ten­spei­che­rung und Nicht­-­A­n­ony­mi­tät, ge­fähr­den auf Dau­er die freie Mei­nungs­äu­ße­rung und da­mit un­se­re De­mo­kra­tie. Wenn nun die Ju­ris­ten in das glei­che Horn sto­ßen, wie die Po­lit­ker, und schrei­en: "Si­cher­heit statt Frei­heit", dann kön­nen wir doch schon mal den Kof­fer su­chen und über­le­gen, wo­hin man aus­wan­dern kann.

Wer­'s selbst nach­le­sen will:htt­p://ww­w.d­jt­-­net.­de/­be­schlu­es­se/­be­schlu­es­se.pdf

Portrait von Hartmut Goebel

Hartmut Goebel

Diplom-Informatiker, CISSP, CSSLP, ISO 27001 Lead Implementer

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